
Nicht nur die Kleidung wechselt im Wandel der verschiedenen Jahreszeiten, auch die Stoffe, aus denen die Kleidung gefertigt ist, kann dem Träger erhebliche Vorteile bringen und, je nach Beschaffenheit und Material, heiße Tage im Sommer durch hitzeresistente und kühlende Eigenschaften erträglich machen und im Winter wärmende Eigenschaften an kühlen Tagen entfalten. Im Winter dominieren natürliche und wärmende Stoffe wie Wolle, Kaschmir, Tweed oder Flanell die Garderobe. Mit ihrer festen und doch weichen Konsistenz und ihrer Wärmeschutzfunktion sind sie in Form von Pullovern, Hemden, Schals und Mänteln für kalte Wintertage ideal. Wir verraten Ihnen Wissenswertes über die wichtigsten Stoffe der winterlichen Herrengarderobe.
Wolle
Wolle wird schon seit etwa 3000 vor Christus als Material für Kleidung verwendet. Die Wolle heutzutage stammt meist von Schafen, Kaschmirziegen, Angoraziegen, Angorakaninchen oder Kamelen. Auch Alpakas, Lamas, Vikunjas, Moschusochsen und Yaks sind Spender des wärmenden Naturmaterials. Wolle besteht bis zu 85% aus Luft und ist demnach ein guter Wärmeisolator, weil so nur wenig Körperwärme nach außen gelingt. Wolle nimmt im Gegensatz zu Kunstfasern außerdem Gerüche kaum an und lässt sich schnell auslüften. Eine spezielle Behandlung mindert das Gefühl des Kratzens auf der Haut, das bei reiner Wolle empfunden wird.
Ihre hervorragenden Trageeigenschaften machen die Schurwolle zu einem besonders beliebten und vielgetragenen Material für Anzüge und Pullover. Kleidung aus Schurwolle ist sehr weich und warm und wirkt zugleich temperaturausgleichend. Schurwolle ist außerdem sehr elastisch.
Für die besonders kalten Tage sind Kleidungsstücke aus Kaschmir oder Angora die idealen Wegbegleiter. Die Kaschmirziege lebt in der Mongolei und im Himalaya in extremer Höhe. Um der Kälte zu widerstehen, hat sie ihr außergewöhnlich feines Unterhaar entwickelt. Textilien aus Kaschmir sind ganz besonders weich, leicht, geschmeidig und wärmend. Aus Angora, den feinen Haaren vom Angorakaninchen, das in Europa und Ostasien gezüchtet wird, wird Unterwäsche hergestellt, die besonders wärmend ist, zum Beispiel für das Skifahren.
Tweed
Tweed, den groben Stoff mit Handwebcharakter aus noppigen Garnen kennen Sie von Anzügen und auch Mänteln. Der Name stammt vom Wort „twill“, dem englischen Begriff für die Köperbindung, einer speziellen Webart. In Schottland wurde und wird Tweed als Material für Schottenröcke verwendet und sicher hat auch Sherlock Holmes mit seinen Tweedmänteln dazu beigetragen, dass Tweed bei uns als urbritischer Stoff gilt. Neben seinem schönen Aussehen, das je nach Machart mal feiner und mal gröber ist, ist Tweed durch seine wärmende Funktion als Stoff für Wintermäntel und Winterjacken perfekt geeignet.
Flanell
Flanell ist ein Stoff aus Wolle oder Baumwolle, der auf einer oder auf beiden Seiten etwas aufgerauht und gewalkt wird, sodass das typische Aussehen entsteht. Hemden oder Anzüge aus Flanell sind besonders leicht und weich und doch als Stoffe für Winterhemden und –anzüge sehr gut geeignet, da Flanell gut wärmt. Auch Nachtbekleidung und Bettwäsche aus Flanell halten an kalten Tagen besonders warm. Grundsätzlich wird unterschieden zwischen Kammgarn- und Streichgarnflanell. Letzteres ist die ursprünglichere Flanellart: Streichgarnflanell wirkt flauschiger, voluminöser und dadurch etwas rustikaler, hat aber auch eine größere Wärmewirkung. Muster wirken hier oft leicht ausgewaschen und unscharf, was für viele Männer erst den Reiz des Gewebes ausmacht. Kammgarnflanell ist feiner im Webbild und exakter im Musterverlauf, jedoch ist hier der Flor weniger ausgeprägt, sodass sich der typische Flanellcharakter erst bei näherer Betrachtung offenbart.
Cord
Die Domäne für den Cordstoff ist der Freizeitbereich. Als Stoff für Westen, Jacketts und Hosen zeichnet den Cordstoff vor allem seine Verschleißfestigkeit aus. Je gröber die Cordstreifen, die durch den Schussfaden entstehen, umso rustikaler wirkt die Kleidung. Ein sehr feiner Cord hingegen ist als Stoff für ein Hemd selbst im Arbeitsleben für das Büro an kalten Tagen denkbar. Für den Freizeitbereich ist Cord auch äußerst kombinationsfreudig und gerade im Winter bringt ein dunkelroter oder ein hellbeiger Cordstoff etwas Farbe in die triste Garderobe.
