Sportsakkos und Blazer
Jacken fügen einem sportlichen Outfit stets ein bisschen mehr Persönlichkeit hinzu, die kaum auf eine andere Weise erzeugt werden kann. Gerade im Herbst haben Sportsakkos und Blazer, also Jacken, die ohne Anzug daherkommen, ihre Blütezeit. Auf die Frage, ob man nicht einfach ein normales Anzug-Jackett wie ein Sportsakko kombinieren kann, lautet die Antwort generell „Nein,“ denn hier entsteht oft der Eindruck, das Outfit sei unvollständig und die Kombination unglücklich gewählt.
Das Sportsakko – Ein Kleidungsstück mit Geschichte
Bevor der Anzug seinen Siegeszug antrat – er tauchte zuerst bei sportlichen Anlässen auf – trugen die Herren eine Kombination aus Gehrock und andersfarbiger Hose. Bald konnte sich der Anzug von seiner sportlichen Konnotation lösen und wurde alltagsfähig. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam erneut eine Kombination aus Jacke und separater Hose auf, genauso wie der Anzug zuvor im Bereich des Sports und der Freizeit. Die Rede ist vom Sportjackett, das der Legende nach zuerst auf den Ländereien von Norfolk getragen worden ist. Daher rührt auch der Name des ersten Sportsakkos: Norfolk-Jacke. Es handelt sich hierbei um eine Jacke aus Tweed mit drei oder vier Knöpfen, einem Gürtel, Bewegungsfalten und geräumigen Blasebalgtaschen. Es gilt der Grundsatz „Form follows Function,“ denn sie wurde speziell für den Schießsport erfunden. Bis sich das Design der Sportjacke wieder dem Schnitt der traditionellen Anzugjacke anpasste, vergingen noch einige Zeit: Erst in den zwanziger Jahren tauchten Tweedjacken auf, bei denen Gürtel und Bewegungsfalten weggefallen waren und die nicht mehr zur Jagd getragen wurden. Dazu wurden graue Flanellhosen kombiniert.
Sportsakko heute
In Berufszweigen, bei denen der dunkle Anzug keine Pflicht ist, ist das Sportsakko zu einem fast schon formellen Kleidungsstück geworden. Farbe ist hier erlaubt. Das moderne, feinere und elegantere Sportsakko hat nur noch wenig mit der traditionellen, englischen Sportjacke zu tun: Es gibt eine viel größere Bandbreite an Farben und Mustern. Die Verarbeitung leichterer Materialien lässt das Sportsakko am Träger äußerst filigran erscheinen. Speziell die Jacken für den Sommer schneidert man heute aus leichtem Kaschmir, dünnen Kammgarnqualitäten oder Leinen-Seide-Gemischen. Es ist meist einreihig, mit fallendem Revers, hat aufgesetzte Taschen und kann durch Lederknopflöcher sowie Lederflecken am Ärmel aufgepeppt sein.
Traditionsreiche Kombination – Der Blazer
Ein dem Sportsakko sehr nahe stehendes Kleidungsstück ist der Blazer, der zuerst in der britischen Cricket-Club-Szene in den 1880er Jahren getragen wurde. In den 1920er Jahren wurde er in den USA in navy-blau, kombiniert mit einer weißen Hose zur Sommersensation. Man kann den Blazer genauso gestalten wie das normale Sakko auch, also als Ein- oder Zweireiher, mit Paspel- oder Pattentaschen, mit fallendem oder steigendem Revers. Heute gilt er vor allem als ideale Bekleidung für die Stadt, das Geschäft oder Büro, für kleine Konferenzen, Reisen und auch Restaurantbesuche.


2 Kommentare zu “Anzug Teil 8 – Das Sportsakko”
Herrenschmiede - Der Anzug nach Maß - 9. Dezember 2010, 13:45 Uhr
[...] Anzug Teil 8 – Das Sportsakko [...]
Herrenschmiede - Der Anzug nach Maß - 28. Januar 2011, 10:11 Uhr
[...] Hemdschnitt entwickelte sich sukzessive und passte sich dabei den Sakkos und Mänteln an: So haben Hemden heutzutage häufig eine Rückenfalte oder sind tailliert [...]