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Anzug Teil 5 – Die Weste

Sie kann ein wichtiger Teil des Anzugensembles sein, die Weste. Ihr wird heute jedoch – ähnlich wie der Hose – kaum noch Beachtung geschenkt, das aber aus einem ganz anderen Grund: Sie wird heutzutage nur selten getragen. Dabei war sie ehemals sogar fester Bestandteil des Anzugs. Ohne Weste wäre im 19. Jahrhundert niemand vor die Tür getreten.

Weste = Unmodern?

Dass man die Weste heute so selten sieht hat mehrere Gründe. Zum einen bietet die Weste  bei den gegenwärtig üblichen Ein- oder Zweireihern kaum noch einen optischen Mehrwert. Der Zweireiher wird sogar immer ohne sie getragen. Zum anderen stellt die Weste eine zusätzliche Lage Stoff dar, die einen – auch wenn man das gerade gar nicht gebrauchen kann – im Büroalltag schon mal ins Schwitzen bringen kann. Doch das macht die Weste auf keinen Fall unmodern. Besonders bei festlichen Anlässen wie einer Hochzeit oder auch einem kulturellen Ereignis passt die Weste, wenn ein Smoking vielleicht schon zu förmlich wäre, hervorragend.

Und derzeit gilt es sogar teilweise als schick, nur die Weste zu zeigen und das Sakko abzulegen. Da sie als „unfertig“ gilt, ihre Rückseite ist nicht aus dem Anzugoberstoff gefertigt sondern aus dem Innenfuttermaterial, war es früher undenkbar, sie ohne Sakko zu tragen. Somit hat durchaus eine Wandlung stattgefunden. Gleichgeblieben ist dagegen, dass der unterste Knopf stets offen getragen wird. Man munkelt, dass Eduard VII., der Anfang des 20. Jahrhunderts König Großbritanniens war, für diese Sitte die Verantwortung trägt. Er litt an Übergewicht und war physisch nicht mehr in der Lage, den untersten Westenknopf zu schließen.

Elegant und ein Blickfang

Die Weste ist schon aufgrund ihrer Seltenheit im Alltag ein absoluter Blickfang, und auch wenn man keine Taschenuhr trägt, so findet man doch praktischen Nutzen an diesem Kleidungsstück: Sie hält zum Beispiel die Krawatte am richtigen Platz sowie das Hemd akkurat und sauber. Schon wenn man nur ab und an mal an förmlicheren Veranstaltungen teilnimmt, kommt man nicht umhin, ein oder zwei Anzüge mit passender Weste griffbereit zu haben. Dabei kann sie sich auch farblich vom Jackett-Oberstoff unterscheiden. Mit einer kleinen Auswahl an Westen ist man flexibel, da sie bei Nichtgebrauch auch schnell abzulegen sind. Folglich erweist sie sich nicht als lästiges Anhängsel,  sondern als modischer und moderner Anzugbestandteil.

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Ein Kommentar zu “Anzug Teil 5 – Die Weste”

  1. Herrenschmiede - Der Anzug nach Maß - 3. Januar 2011, 13:27 Uhr

    [...] Denn eine Armbanduhr zum Frack gilt als peinlicher Fauxpas. Aber auch bei Herren, die gerne eine Weste zum Anzug tragen, stehen Taschenuhren durchaus noch hoch in der Gunst. Eine Taschenuhr versprüht [...]

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